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Rittersdorf. (tlz) Wo die Show so perfekt, die Stimmung so heiß und die Leidenschaft so unermesslich ist, droben auf der Ritterdorfer Höhe, da führt selbst für Siegfried und Roy kein Weg vorbei. Rittersdorf helau! Letzten Samstag startete die Vereinsgemeinschaft Rittersdorf unter dem Motto "Das Leben - ein Zirkus" in die närrische Saison.
Schon zum 13. Mal zog ein abwechslungsreiches Faschingsprogramm etwa 200 Jecken nach Rittersdorf - was etwa 80 Prozent der Einwohner dieser Kleinstmetropole des Frohsinns entspricht.
Pünktlich um 20.11 Uhr, hieß es "Manege frei, die Vorstellung beginnt!" Eine Vorstellung, die mitriss und für viele Lacher gut war. "Seit September wird jede Woche geprobt", ruft ein stolzer Johannes Rokosch, der sowohl Bürgermeister von Rittersdorf als auch Vereinvorsitzender und begeisterter Karnevalist ist. Etwa sechzig Leute sind an Faschingsvorstellungen und -organisation beteiligt. Dies ist umso bewundernswerter, da im Dorf nur etwa 250 Menschen leben.
Rittersdorf - vom Fasching gepackt und gefesselt. Durch alle Jahrgänge ziehen sich Begeisterung und tatkräftige Unterstützung. Doch erst zur Generalprobe sahen die einzelnen Gruppen, was die anderen zum vorher vereinbarten Thema seit September ausgearbeitet haben. Umso vielfältiger wurde demnach auch das Programm, durch das Peter Händel als Zirkusdirektor mit seiner "reizenden" Assistentin Ludmilla führte. Das Leben, ein Zirkus: bunt und facettenreich.
Die Besucher wurden durch die unterschiedlichsten Situationen des Lebens (nicht nur die des Zirkuslebens) geführt, von einem Ensemble beeindruckender Gestalten: Brüllende, furchterregende Raubkatzen, gespielt von den Jüngsten der Gemeinde, ein Feldwebel, der nur Ärger mit seinen Kadetten hat, eine rasende Affenbande, Gäste aus dem fernen Osten und eben Siegfried und Roy sorgten für die richtige Stimmung.
Tanz- und Musikeinlagen begeisterten und nahmen das Publikum mit. Doch so ganz unpolitisch kann ein Fasching nicht sein. Auch ein Rittersdorfer wird mal krank, und dann ist der Gang zum Arzt nicht mit fünf Euro abgetan, der Gesundheitsreform sei Dank. Gerade die Liebe zum Detail - alle Kostüme sind selbst angefertigt - und die spürbare Freude jedes Mitwirkenden, von denen jeder mittlerweile auf eine reiche Schauspielerfahrung verweisen kann, sorgten wieder einmal für ein unvergessliches Erlebnis.
Kein Wunder, dass Bürgermeister Rokosch auf ein Stammpublikum verweisen kann, das dem Rittersdorfer Fasching seit Jahren die Treue hält. Nicht zuletzt die Rittersdorfer selbst, die sich Jahr für Jahr erneut für ihren Karneval engagieren. Schon nächstes Wochenende geht es weiter, wenn es am Freitag und Samstag Abend wieder heißt: "Manege frei! Rittersdorf helau!"
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